Warum wir Spotify kündigen: Offener Brief über Gier, Unfairness und fehlenden Respekt für Künstler – und warum Apple Music die bessere Alternative ist.
- Kurzzusammenfassung für Eilige:
- Preiserhöhungen im Verlauf der Zeit
- Fragwürdige AGB – Gefahr für Künstler
- AI-Künstler statt echte Musik
- Von der Musik zum Militär
- AI-Künstler statt echte Musik
- Exodus der Künstler
- Ein Disgrace für die Menschheit
- Wir haben gewechselt – Spotify nach Apple
- Musikqualität auf höchstem Niveau
Kurzzusammenfassung für Eilige:
Kurzzusammenfassung für Eilige:
- Spotify erhöhte seine Preise mehrfach – zuletzt um bis zu 22 %, seit 2023 insgesamt bis zu 46,7 %.
- Künstler-AGB sind so weitreichend formuliert, dass Maschinenlernen nicht ausgeschlossen ist.
- Der Verdacht liegt nahe, dass Spotify damit Künstlern die Lebensgrundlage entzieht.
- CEO Daniel Ek investierte hunderte Millionen in Militär- und Rüstungstechnik.
- Prominente Künstler wie Massive Attack und Deerhoof haben Spotify bereits verlassen.
- Wir haben Spotify gekündigt und sind über die iPad-App zu Apple Music gewechselt.
Sehr geehrtes Spotify-Team,
seit vielen Jahren waren wir treue Nutzer Ihres Dienstes. Wir haben Ihre Plattform genutzt, Playlists erstellt, neue Musik entdeckt und damit die Entwicklung von Streaming aktiv unterstützt. Doch nun ist der Punkt gekommen, an dem wir unsere Premium-Abos kündigen – aus Prinzip.
Preiserhöhungen im Verlauf der Zeit
Ihre Preispolitik ist ein Lehrstück in schleichender Belastung der Hörerinnen und Hörer:
- Bis September 2023: Das Einzelabo lag bei 9,99 €, Duo bei 12,99 € und Family bei 14,99 €.
- Oktober 2023: Erste deutliche Erhöhung in Deutschland – das Einzelabo stieg auf 10,99 € (+10 %), Duo auf 14,99 € (+15,4 %), Family auf 17,99 € (+20 %).
- August 2025: Für Neukunden erneut kräftige Erhöhungen – das Einzelabo stieg auf 12,99 € (+18,2 %), Duo auf 17,99 € (+20 %), Family auf 21,99 € (+22,2 %), Student von 5,99 € auf 6,99 € (+16,7 %).
- November 2025: Spätestens ab dem 15.11.2025 wurden auch Bestandskunden auf die neuen Preise umgestellt.
Damit zahlen Hörerinnen und Hörer seit der letzten Erhöhung bis zu 22 % mehr. Rechnet man von den Preisen vor Oktober 2023, ergibt sich sogar eine Gesamtsteigerung von bis zu 46,7 % (Family-Abo).
Das zeigt, dass Spotify seine Nutzerinnen und Nutzer Schritt für Schritt immer stärker belastet – ohne dass die Künstler davon zu profitieren scheinen.
Fragwürdige AGB – Gefahr für Künstler
Ihre AGB-Änderungen gehen weiter, als es fair wäre: Spotify räumt sich das Recht ein, künstlerische Werke zu manipulieren, zu bearbeiten, weiterzugeben und unterzulizenzieren.
Besonders kritisch: Die Formulierungen sind so allgemein, dass auch die Nutzung für interne Produktentwicklung und maschinelles Lernen nicht ausgeschlossen ist.
Damit entsteht der Verdacht, dass Spotify mit den Werken von Künstlern eigene KI-Systeme trainieren könnte – und diesen damit langfristig die Lebensgrundlage entzieht.
Quellen: Spotify AGB, Hypebot
AI-Künstler statt echte Musik
Besonders perfide ist, dass auf Spotify bereits AI-Künstler auftauchen – also erfundene „Musiker“, deren Songs vollständig von Künstlicher Intelligenz erzeugt wurden. Viele dieser Produktionen stammen aus Schweden, also genau dem Land, aus dem auch Spotify selbst kommt.
Damit verschärft sich der Verdacht, dass Spotify nicht nur von der Arbeit realer Künstler profitiert, sondern diese durch synthetische Musik langfristig ersetzen will.
Für die Hörerinnen und Hörer mag das auf den ersten Blick kaum unterscheidbar sein – für die Künstler bedeutet es jedoch den Verlust ihrer Lebensgrundlage.
Von der Musik zum Militär
Besonders erschreckend ist, wohin Teile der Gewinne und Investitionen rund um Spotify fließen: CEO Daniel Ek investierte über seine Investmentfirma Prima Materia fast 600 Millionen Euro in die Militär-KI-Firma Helsing.
Während Hörerinnen und Hörer immer höhere Preise zahlen und Künstler mit Hungerlöhnen abgespeist werden, fließt Kapital in die Rüstungsindustrie. Musik wird so nicht mehr nur missbraucht, um Gewinne zu maximieren, sondern indirekt auch, um Kriege und Aufrüstung zu finanzieren.
Quelle: Financial Times
AI-Künstler statt echte Musik
Hinzu kommt: Auf Spotify selbst tauchen zunehmend AI-Künstler auf – erfundene Musiker, deren Songs vollständig durch Künstliche Intelligenz erzeugt wurden, vielfach mit Ursprung in Schweden.
Derartige Inhalte lassen den Verdacht aufkommen, dass Spotify langfristig künstliche Musik bevorzugt, während reale Künstler verdrängt und ihrer Lebensgrundlage beraubt werden könnten.
Dies ist kein belegter Nachweis, aber die Gefahr ist so realistisch, dass viele Künstler inzwischen Alarm schlagen.
Quelle: Financial Times
Exodus der Künstler
Die Folgen sind spürbar: Immer mehr Künstler verlassen Spotify aus Protest. Deerhoof zogen ihren gesamten Katalog zurück mit den Worten: „We don’t want our music killing people.“
Massive Attack kündigten an, ihre Musik von der Plattform zu entfernen. Auch King Gizzard & the Lizard Wizard, Godspeed You! Black Emperor und Hotline TNT kehrten Spotify bereits den Rücken.
Sie alle eint die Überzeugung, dass Kunst nicht der Finanzierung von Krieg und Profitgier dienen darf.
Quellen: KQED, The Guardian
Ein Disgrace für die Menschheit
Streaming könnte ein Modell sein, das uns allen dient – Hörern wie Künstlern. Doch Spotify hat sich entschieden, Profit über alles zu stellen. Damit sind Sie zu einem Unternehmen geworden, das ein Disgrace für die Menschheit ist: Sie beuten Kunst aus, statt sie zu fördern.
Wir haben gewechselt – Spotify nach Apple
Nach intensiver Prüfung aller Alternativen haben wir unser Premium-Abo gekündigt und sind zu Apple Music gewechselt.
Der Wechsel war unkompliziert über die iPad-App möglich. Mithilfe der App SongShift aus dem Apple App Store konnten wir unsere Playlists problemlos übertragen (SongShift im App Store). Damit haben wir einen klaren Schlussstrich gezogen.
| Streaming Alternativen zu Spotify | |||
|---|---|---|---|
| Anbieter | Preis Einzel € | Preis Familie € | Vorteile / Besonderheiten |
| Amazon Music Unlimited | 10,99 | 17,99 (bis 6 Konten) | In Prime integrierbar, große Bibliothek, Alexa-kompatibel |
| Apple Music | 10,99 | 16,99 (bis 6 Konten) | Lossless & Hi-Res Lossless bis 24-bit/192 kHz, Dolby Atmos, große Bibliothek, nahtlos in Apple-Ökosystem integriert |
| Deezer | 11,99 | 19,99 (bis 6 Konten) | Lossless inklusive, Hörbücher, Flow-Algorithmus |
| Tidal | 10,99 | 16,99 (bis 6 Konten) | HiFi Lossless, Hi-Res, Dolby Atmos, Künstlerorientiert |
| Qobuz | 12,99 | 17,99 (bis 6 Konten) | Hi-Res Audio, sehr hohe Qualität, kleineres Repertoire |
| YouTube Music | 10,99 | 16,99 (bis 6 Konten) | Remixes, Live-Versionen, Videos, Google-Integration |
| Fehler vorbehalten | |||
Musikqualität auf höchstem Niveau
Ein weiterer entscheidender Vorteil von Apple Music ist die Musikqualität: Anders als Spotify bietet Apple auf Wunsch Lossless- und Hi-Res-Lossless-Audio bis zu 24-bit/192 kHz. Damit können wir Musik in Studioqualität hören – sowohl auf dem iPhone als auch auf dem MacBook Pro.
Während Spotify seine Nutzer nur mit komprimierten Streams abspeist, genießen wir bei Apple Music höchste Klangtreue, die gerade für echte Musikliebhaber und anspruchsvolle Hörer unverzichtbar ist.
| Künstler die Spotify den Rücken gekehrt haben | |
|---|---|
| Künstler | Begründung (mit Quelle) |
| Massive Attack | Protest gegen Daniel Eks Investitionen in Militär-KI – Los Angeles Times |
| Deerhoof | „We don’t want our music killing people“ – Los Angeles Times |
| Godspeed You! Black Emperor | Ablehnung von Militarismus und Ausbeutung – Los Angeles Times |
| King Gizzard & the Lizard Wizard | Solidarität mit anderen Künstlern im Protest – Los Angeles Times |
| Hotline TNT | Kritik an Spotify-Politik und KI-Investitionen – Los Angeles Times |
Schlusswort
Spotify, wir sagen Lebewohl. Sie haben eine große Chance vertan, Musikgeschichte fair und respektvoll zu gestalten. Stattdessen stehen Sie in meinen Augen für Gier, Unfairness, Respektlosigkeit und sogar für Militarismus. Wir wenden uns ab und unterstützen keine Plattform, die Kunst und Kultur so entwertet.
Ein enttäuschter, aber konsequenter Ex-Nutzer.
| Quellenangaben | |
|---|---|
| Spotify for Artists AGB: Lizenzrechte für Inhalte | Spotify for Artists Terms and Conditions |
| Canvas/Clips Inhalte – Unterlizenzierung möglich | Spotify Canvas / Clips Terms |
| Spotify Auszahlungen: ca. $0,003–$0,005 pro Stream | Indie Music Academy (Royalty Calculator) |
| Apple Music zahlt ca. $0,01 pro Stream | Musosoup (Blog) |
| Apple bestätigt im Memo: ca. 1 Cent pro Stream | Pitchfork (Apple Memo) |
| Kritik: Spotify beansprucht weitgehende Rechte an Künstler-Uploads | Reddit / Foren-Diskussionen |
Hinweis: Dieser Brief wurde nach der Kündigung unseres Spotify-Abos verfasst und auf überkritisch.de veröffentlicht. Er stellt meine Meinung dar.
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