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Hannah Arendt – eine starke Philosphin

Überall laufen Sendungen zu Hannah Arendt´s Leben und Gedanken – zu Recht wie ich finde. Sie wäre gestern 100 Jahre alt geworden und ist tatsächlich im Jahre 1975 im Alter von 69 Jahren gestorben. Gestern liefen verschiedene Interviews im Fernsehen, die für meinen Geschmack immer wieder zu viele Fragen zu Ihrer jüdischen Angehörigkeit stellten. Dabei ging es Hannah Arendt immer um den Menschen, die Freiheit, wenn Sie sich frug, warum das dritte Reich passieren konnte. Trotzdem waren alle Beiträge sehr interessant und man konnte ihre Courrage und ihren Einsatz für die Menschenrechte herausfühlen. Dabei war für mich persönlich besonders wichtig, welche Ursachen Hannah Arendt der Massenvernichtung unter den Nazis zuordnete und wie sie sich über Eichmann äußerte.

Immer klarer wird mir dabei, wie wichtig es wäre, wenn Menschen ihre eigene Moral ständig überdenken und zum Ansatz brächten. Mir wird klarer wie wichtig die Frage ist „Warum bleibst Du an einer roten Ampel stehen?“. Erst wenn verstanden wird, warum man was tut oder nicht tut und immer wieder Moral und Ethik seiner selbst, der Gesellschaft und der Politik/Religion überprüft, können Menschen sich vor Massakern wie im dritten Reich, wie im Irak, in Israel gegen den Libanon erwehren. Rassismus, Faschismus und Totalitarismus wie sie heute wie früher überall vorkommen, haben eine gute Chance bei Menschen, denen die Verantwortung weitgehend abgenommen wird und die nicht selber nachdenken über Tugenden und Ethik. Gerade der Satz „Ich tue nur meine Pflicht.“ oder „Ich mache nur meinen Job.“ oder „Ich gehorche nur.“ sind so unverzeihbar und vorprogrammiert durch Obrikeiten (Politiker, Manager, Lehrer) die Kritik nicht zulassen, die sich selber über alles stellen und Gehorsam verlangen (Respekt ist oft wichtig und sei hier ausdrücklich nicht gemeint). Und gerade diese unverzeihbaren Sprüche sind so üblich in bürokratischen, korrekten und damit anfälligen Deutschland. Schon immer waren mir daher die katholische Kirche, die Polizei, die Armee und andere Systeme suspekt, die teils den Zeigefinger erheben, teils in Befehlsstrukturen arbeiten, die kein abweichendes Handeln erlauben.

Manchmal genügt eine Kündigung, im Falle von Hannah Arendt war nur das Exil zunächst nach Frankreich, dann nach Amerika möglich. Und selbst dort wurde sie von ihren eigenen Landsleuten kaum verstanden und sogar bekämpft.

Meinen Respekt Hannah Arendt für Ihr Handeln, Ihre Gedanken und Ihre Civilcourage.

Ein wichtiger Artikel im DLF: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/552355/

2 Kommentare zu “Hannah Arendt – eine starke Philosphin

  1. Holger Ehrlich

    In der Tat, konnte das Dritte Reich nicht werden, was es wurde, weil so viele Leute dafür waren, sondern weil so wenige dagegen waren. Die Menschen wollten sich nicht gegen die Obrigkeit auflehnen, selbst als das noch möglich war.
    Und was Kirche anbelangt, so darf das „katholische“ ruhig weggelassen werden. Auch die Protestantischen Kirchen sind hauptsächlich von Intoleranz geprägt.
    Beispiel? Die Landeskirche Hannover hat vor drei Jahren einen Pastor entlassen, weil dieser eine Jüdin geheiratet hatte! Selbst ein vernichtendes Presseecho „Kein Platz für Jesus in der Landeskirche Hannover!“ konnte sie von ihrer Entscheidung abbringen. Schließlich hatten sie sich ja nur an die Vorschriften gehalten, die den Geistlichen die Ehe mit Nichtchristen verbieten!

  2. Peter W. Sawatzki

    Die Deutschen sind immer gegen alles!
    Sie machen nur grundsätzlich nie etwas.
    Stur und schicksalsergeben meckern sie vor sich hin und schwenken, wenn es sein muss, auch ein Fähnchen. Hauptsache, das Ganze ist amtlich und mit Stempel.

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