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Eine neue deutsche Kommödie: Das perfekte Dinner

Möchte man mal wieder über sich und den Deutschen an sich lachen, schaue man sich die Sendung „Das perfekte Dinner“ an. Dort geht es um ein Treffen von vier oder fünf meist Deutschen Menschen, die einander einladen und für einander kochen. Damit es nicht langweilig wird und weil im Kapitalismus nur ein zählt, gibt es für den Punktegewinner EUR 1.500,- als Prämie. Was für uns auf den ersten Blick wie ein Kochkurs klingen mag, kann in Deutschland nicht ohne ungewollte Komik über den Äther flimmern. Zunächst verstehen es die Teilnehmer nämlich nicht als Gelegenheit das Leben zu genießen und für andere da zu sein, sondern als Wettbewerb, bei dem man unbedingt gewinnen muß. Da wird die schönste Tischdeko aufgefahren, das tollste Essen, der schönste Wein, nur um seinen Mitbewerbern bei der Bewertung die Punkte abzuziehen. Kaum jemand gibt die Höchstzahl: 10 Punkte. Das liegt daran, daß wir Deutsche so gerne kritisieren und noch im schönsten Miteinander ein Haar in der Suppe finden. Es folgen bei der Bewertung (nicht am Tisch beim Essen) Kommentare wie (Zitate sinngemäß): „Fisch esse ich nicht gerne“. Oder „Desserts sind nicht mein Ding.“, „Das Dessert fiel auseinander, deshalb ein Punkt Abzug.“, „Ich vergebe grundsätzlich keine 10 Punkte.“. Beim letzten Kommentar mußte ich schwer lachen. Das war so ein Oberbeamter aus Deutschland, der es bis auf Mallorca geschafft hatte, um dort zu versauern. So ein Oberidiot, wie man sie doch ziemlich oft in Deutschland findet. Klar kann man annehmen, daß es nichts perfektes im Leben gibt (so seine Begründung), aber es geht doch um die Ambition, die Phantasie, die Mühe des Gastgebers. Der Mann merkt doch gar nicht wie weh er dem Gastgeber mit so einem Spruch tut. Der hat sich Mühe gegeben und egal wie es geschmeckt hat, wenn er es mit Liebe und aufrichtiger Gastfreundschaft präsentierte, dann sollte er auch 10 Punkte bekommen. Aber das Problem liegt in der Natur der Serie: man achtet gar nicht auf das Wesentliche, das Miteinander, sondern aufs Gewinnen und das Geld.

Für Sie und mich mag es der erste Gedanke sein: warum das Geld nicht am Schluß teilen? Oder spenden? Oder einfach drauf verzichten? Nein, es geht ums Siegen! Wie immer in Deutschland.

Immerhin ist es köstlich die Sendung zu gucken, weil der Kommentator die ganze Sache äußerst ironisch begleitet. Der macht sich einen Spaß draus, die lustigen Dinge hervorzuheben und es sehr humorig zu kommentieren. Und interessant ist auch wenn jemand kocht oder bewertet, der nicht ursprünlich Deutsch ist: mehr Lob, mehr Gefühl, mehr Wohlwollen und einfach bessere Laune machen sich sofort auch bei mir breit. Jedes Mal wenn ich die Sendung gucke, entdecke ich eigene Schwachstellen :-)

9 Kommentare zu “Eine neue deutsche Kommödie: Das perfekte Dinner

  1. Peter W. Sawatzki

    Danke für den Tip. Schaue es mir mal an. Kannte die Sendung bislang nur vom Wegzappen!

  2. Die derzeit erkläre Lieblingssendung meiner Frau! In Folge dessen komme ich gelegentlich nicht aus. TRotzdem bekocht sie mich nur alle heilige Zeit.
    Schön zum ansehen ist es aber manchmal, wie überzeugt die Leute doch von ihren eigenen Fähigkeiten sind.

  3. So, jetzt habe ich eine ganze Woche „Dinner“ hinter mir. Die Sendungen haben mir sehr gut gefallen und ich hatte viel zu Lachen. Gewonnen hat meiner Meinung nach auch die Beste.

    Ansonsten kann ich ja solchen Sendungen nicht viel abgewinnen, vor allem weil ich ja immer „Frauentausch“, „Verliebt in Berlin“, „Gute Möpse, schlechte Möpse“ und „Familie Hesselbach“ um diese Zeit gucke. ;-)

  4. heidi wirz

    schaue mir gerne die sendung an,und alle geben sich auf ihrer weise viel mühe.10 punkte gebe ich an den kommentator ich lache mich kaputt.grüsse von den kanaren heidi

  5. Der Kommentator oder genauergesagt, der der ihm die Texte schreibt ist wirklich Klasse!

  6. Lieselotte G.

    Das beste an der Serie ist tatsächlich der Text des Kommentators. Gäste, die weder Alkohol, Fleisch, Fisch, Zironeneis und auch nicht die Tischdekoration mögen, würde ich vorschlagen, nach Hause zu schicken. Sie vermiesen den anderen den Abend, für den sich der jeweilige Gastgeber grösste Mühe gegeben hat. Ausnahme: Ekel, die sich bei den vorangegangenen Dinners zickig geäussert haben, verdienen solche Gäste!

  7. Nachdem hier so viel über die Serie geschrieben wurde habe ich es auch mal versucht. Fazit: Nach 10 Minuten habe ich mich so geärgert, dass ich umschalten musste. Warum zum Teufel machen Menschen, die bei jeder zweiten Zutat „Das mag ich aber gar nicht!“ quäken, bei so einer Sendung mit?

  8. Genau das denke ich auch. Ganz ohne Verurteilung: es geht den meisten Kandidaten nur ums Kritisieren der „Gegner“, ums Gewinnen und das Geld. Also um das eigene Ego. Ein guter Spiegel des Querschnitts unserer Gesellschaft von heute. Es wird Zeit, daß wieder mehr Menschen sich in die Augen sehen und sagen: Danke für das leckere Essen, für die nette Gesellschaft und die liebevolle Zubereitung. Statt dessen gucken beim Servieren alle Teilnehmer nur auf ihre Teller und denken an ihren eigenen Magen. Und sagen (richtig Mara): „Igit, ist da Alkohol dran?“. Oder „… das mag ich aber nicht“. Dann muß wohl das Essen schlecht sein, der Gastgeber schlecht sein und überhaupt gibt es dafür erst mal 10 Punkte weniger. Die meisten Teilnehmer sind Idioten.

  9. Also das verstehe ich auch nicht. Neulich machte da eine Asiatin mit, die so gut wie gar nichts mochte und gegen den Rest allergisch war. Warum machen solche Leute überhaupt bei diesem Spiel mit? Wenn ich mich bei sowas bewerbe, dann doch nur, wenn ich a) für alle offen bin und b) nicht jedes Gericht mit der Küche meiner Heimat vergleiche.

    Diese Sendereihe ist sehr wechselhaft. Zwei Mal haben wir eine Woche mit sehr guten und witzigen Kandidaten erlebt, zwei Mal sehr müde und uninteressante Leute.
    Sie sehen, lieber Herr Fotografiedesignkünstler, Sie haben uns infiziert… Bäh, dabei mag ich doch keine Serien…

    Aber das ist die Zeit, in der wir sowieso immer mit den Kindern ein wenig fernsehen. Die haben ja im übrigen keinen Fernseher und wir halten sie im wesentlichen davon fern. Aber „Das perfekte Dinner“ halten wir für ziemlich unkritisch, kein Sex, keine Gewalt usw.

    Ein paar Mal habe ich mir sogar schon Kochanregungen dort geholt, das liegt aber eher im Bereich der Nebensächlichkeiten, nicht bei den Hauptgerichten. Da ist mir das meiste zu teuer, zu aufwendig und zu exotisch.

    Bei der Punktevergabe würde ich es so beibehalten, wie es derzeit ist, aber am Ende der Woche darf jeder noch einmal rückblickend, nachdem er alle Menüs erlebt hat, 14 oder 15 Punkte verteilen, 5 für das beste Essen, 4 für’s zweitbeste usw.

    Auf der anderen Seite geht es ja wirklich um das perfekte Dinner. Wenn es um Perfektion geht, dann muss man als Gastgeber auch in Kauf nehmen, etwas weniger Punkte zu bekommen, wenn man den Wein vergisst oder wenn die Nachspeise versalzen ist. Das ist dann eben nicht perfekt.

    Interessant finde ich den hohen Anteil an sexuell anders orientierten Teilnehmern. Und spannend wird es, wenn zwei s-a-o-Teilnehmer dabei sind. Die beharken sich immer ganz besonder, finde ich.

    Schlimm finde ich, dass die Gäste in der Wartezeit bis zum Hauptgang durch das ganze Haus marschieren und alles anfingern.

    Und bitte: nehmt denen endlich mal die Physalis weg! Es gibt doch noch andere Früchte, mit denen man dekorieren kann…

    Leider haben wir in dieser Woche nicht oft schauen können, aber heute Abend wollen wir alle mal reinschauen, wegen der Wochenbewertung.

    Abschließend: Diese Sendung steht und fällt mit den Kandidaten und der Zusammensetzung der Runde. Deshalb mein Urteil: 50:50. Mal macht es Spaß zuzuschauen, mal ist es eher ein Ärgernis. Aber unterhaltsam ist es irgendwie doch immer.

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