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Korruptionsverdacht bei Siemens

Der korruptionsverdächtige Manager Johannes Feldmayer der Siemens AG sitzt bereits in Untersuchungshaft. Bis in die höchsten Kreise des Konzerns ziehen sich die Fäden. Neu ist die Dimension nicht, sich als Arbeitgeber die Arbeitnehmervertretungen gefügig zu machen, sie zu schmieren. Der Verdacht lautet im Falle von Siemens auf Millionen, die hier geflossen sein sollen.

Wer jetzt noch nach Italien schaut ist selber schuld. In Deutschland passiert schon seit Jahrzehnten dasselbe wie dort. Auch in Deutschland gibt es überall unehrliche, unehrenhafte Manager, die keine Moral und Anstand haben. Nicht einmal gegenüber ihren eigenen Mitarbeitern. Und das sind Menschen, die in der Gesellschaft komischer Weise immer so hoch angesehen werden. Je mehr Geld die verdienen, desto besser stehen sie in Kurs. Dabei ist ihr Handeln doch oft von Menschenverachtung geprägt. Je mehr AG, desto schlimmer ist der Stil, so scheint es. Man entläßt so viele deutsche Mitarbeiter wie man kann, schmiert dabei die Arbeitnehmervertretungen, alles um den Aktieninhabern jedes Jahr bessere Umsätze und Gewinne zu präsentieren. Machen wir uns nichts vor: es ist das Ziel der AGs Dividenden auszuschütten, was kurzsichtig am einfachsten über Entlassungen oder Billiglohnländer zu bewerkstelligen ist. Am schwierigsten dürfte es sein, Mitarbeiter zu motivieren, Verwaltung zurückzuschrauben, seine eigenen Gehälter im Managment an moralisch vertretbare Summen anzupassen und in Deutschland seine Steuern zu zahlen.

Was die Bundesregierung bereits verabschiedet hat, die Arbeit bis zum 67igsten Lebensjahr, wird vermutlich in Zukunft noch heraufgesetzt werden. Die Frage ist bloß wo in dem Sumpf von unehrlichen und profitgierigen AGs noch Arbeitsplätze sein werden, die Menschen in diesem Alter füllen können. Schon jetzt werden doch von Unternehmen mit der Genehmigung der Politik so viele Mitarbeiter wie möglich in den Frühruhestand versetzt.

Was Konzerne wie Siemens oder VW durch Korruption an Schaden verursachen, sollte wohl auch in größerem Rahmen an den Staat zurückgeführt werden. Die betroffenen Arbeitnehmer, die betroffenen Mitbewerber, die von solchen Unternehmen durch Korruption geschädigt wurden, kann man schlicht im Nachhinein nicht besser begünstigen, als Millarden aus den Unternehmenserträgen zu beschlagnahmen und z.B. den Arbeitslosen- und Rentenkassen zuzuführen. Erst wenn solche drastischen Strafen verhängt werden, müssen sich Aktionäre nach moralisch einwandfreien Menschen für die Führungspositionen Ihrer Unternehmen umsehen und den menschlichen Faktor in die Dividende einfließen lassen.

Der Artikel ist meine persönliche, private Meinung.

1 Kommentar zu “Korruptionsverdacht bei Siemens

  1. Holger Ehrlich

    Die mangelnde moralische Kompetenz vieler Manager ist eines der Hauptprobleme der Wirtschaft noch vor der mangelnden fachlichen Kompetenz. Sie führt dazu, daß diese Menschen nur noch die Gier der Börsen, der Aktionäre und natürlich der eigenen dienen. Langfristiges Wirtschaften wird als altmodisch belächelt. Es kümmert keinen mehr was im übernächsten Quartal sein wird. Nur die nächste Quartalsbilanz zählt! Die Arbeitnehmer werden längst nicht mehr als Menschen oder gar Individuen wahrgenommen, sondern sind zu beliebig verschiebbarer Produktionsmasse verkommen. Von den Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern ist auch nicht mehr viel zu erwarten; ein Besuch im Luxusbordell hier, ein Packen Geldscheine dort und schon sehen Betriebsräte ein, daß man noch ein paar Tausend Leute entlassen muß. Es kann einem übel davon werden. Dabei wäre es für alle viel lohnender – auch finanziell – wenn man sich wieder auf das langfristige Wirtschaften verlegte. Ich kann einiges an Literatur zu diesem Thema empfehlen. Wen es interessiert, der kann sich gern an mich wenden. dr.ehrlichatfreenetPunktde

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